Im Juli kürt das sächsische Wirtschaftsministerium die Sieger des diesjährigen Gründerpreises. Unter den Nominierten sind auch drei Unternehmen aus Chemnitz, die mit völlig unterschiedlichen Ideen punkten konnten. “Freie Presse” stellt sie vor.

Transport wird leichter: Wenn Geschäftsführer Christoph Alt über die Vorteile der Produkte spricht, die in seinem noch recht kleinen Unternehmen Ligenium hergestellt werden, muss sein Zuhörer Zeit mitbringen. Denn was anfangs recht simpel klingt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als Idee mit vielen positiven Effekten für Firmen und Mitarbeiter. Alt und seine Partner haben den Werkstoff Holz in den Maschinenbau gebracht. In erster Linie handelt es sich dabei um Transportlösungen für große Industriebetriebe. “Wenn zum Beispiel in der Fahrzeugindustrie schwere Bauteile bewegt werden müssen, wird das ganze Konstrukt mit einem Fördersystem aus Stahl noch schwerer als es ohnehin schon ist”, sagt Alt. Seine Lösung: Transportmodule aus Holz. Diese seien deutlich leichter und sorgten zudem durch ihr Aussehen, die Handhabung und die Lärmreduzierung für bessere Arbeitsbedingungen. Die Herausforderung für Alt und sein Team bestand darin, den Werkstoff Holz so zu bearbeiten und zu verbauen, dass er trotz Leichtbauweise auch tonnenschwere Gewichte trägt. Das Ergebnis wird seit einigen Monaten unter anderem von VW Deutschland genutzt.

Bewegung wird hörbar: Robert Wechsler ist Choreograf und Tänzer. Seit vielen Jahren beschäftigt er sich damit, Tanz und Technologie zu verbinden. Mit dem Motion Composer ist es ihm und seinem Team gelungen, Bewegungen hörbar zu machen. “Das wird vor allem in der Musiktherapie benutzt”, erklärt Wechsler. “Wenn die Menschen merken, wie ihre Bewegungen zu Musik werden, reagieren sie sofort darauf und haben Spaß daran.” Die Technik, die mit Kameras und einer speziellen Software funktioniert, wird zum Beispiel in Pegeeinrichtungen oder Altenheimen benutzt. Auch in Kindertagesstätten kommt sie zum Einsatz, um Bewegung zu fördern.

Beratung wird einfacher: Mit ihrer Software Direa wollen die Entwickler Jörg Kaufmann-Herzog und Norman Pfalzer Verkaufsgespräche optimieren – sowohl für den Kunden als auch für den Verkäufer. Eine datengestützte Bedarfsanalyse, die das Kundengespräch ergänzt, soll als Resultat immer eine passende Produktempfehlung haben. “Das funktioniert in sämtlichen Branchen”, sagt Kaufmann-Herzog. “Der Verkäufer wird durch unsere Software nicht überüssig, er bekommt dadurch aber viel mehr Zeit, um auf den Kunden einzugehen. Damit protieren beide Seiten.” Eine Testversion ist gerade in Betrieb, im September will Direa mit der Software an den Markt gehen.

15 Unternehmen sind in der Endrunde

Der Sächsische Gründerpreis wird in diesem Jahr zum 20. Mal vergeben. Mit dem Wettbewerb zeichnet das sächsische Wirtschaftsministerium besonders innovative Ideen und Projekte aus. Mit 126 eingereichten Gründungsideen gab es in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung. 15 schafften es in die Endrunde, am 8. Juni werden sich diese Firmen einer Fachjury präsentieren. Einen Monat später werden Sieger und Platzierte verkündet und 30.000 Euro an Preisgeldern verteilt.
Neben den drei Chemnitzer Unternehmen Ligenium, Motion Composer und Direa sind sieben Firmen aus Dresden, vier aus Leipzig und eine aus Plauen nominiert. Die Palette der Produkte reicht von einem Roboterkoch über Ionenstrahlantriebe für Satelliten bis zu Funktionsbekleidung.
Auch ein Publikumspreis wird vergeben. Dafür kann bis zum 7. Juni im Internet abgestimmt werden. www.futuresax.de/publikumspreis

Autor: Thomas Reibetanz
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